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Kunst auf der Fassade - Van Gogh bis Macke – Anspruchsvolle Aufwertung bei umfangreicher Sanierung in Dortmund-Westerfilde

13.10.2020
Kunst auf der Fassade - Dortmund Westerfilde

Mit geballter Power sanierte eine schlagkräftige Dierkes-Mannschaft unter der Leitung von Maler- und Lackierermeister Jörg Brinkmann zahlreiche Mehrfamilienhäuser in Dortmund-Westerfilde. Die Redaktion der EinBLICKe sprach mit Jörg Brinkmann über das spannende Projekt:

EinBLICKe: Herr Brinkmann, bekommen Sie die ganzen Objektnamen und Bauabschnitte ohne Blick in die Bauakte noch benannt?
Jörg Brinkmann: (schmunzelt) Wenn ich das nicht schaffen würde, wäre etwas nicht richtig: Bei diesem Bauvorhaben sanierten wir in vier Abschnitten diverse Mehrfamilienhäuser am Gerlachweg sowie in der Speckestraße.

EinBLICKe: Die Projektbeschreibung liest sich sehr umfangreich, welche Leistungen haben Sie vor Ort ausgeführt? 
Jörg Brinkmann: Wir selbst haben den Fassadenanstrich realisiert und die Koordination der gesamten Arbeiten, die in den Bereich der Malerarbeiten gehören, übernommen. 
Support haben wir uns aus den eigenen Reihen geholt, denn – das ist richtig – die Projekte und Aufgaben waren und sind sehr umfangreich. Unterstützt wurden wir von den anderen Unternehmen der Firmengruppe. So hat die Dierkes Objekt (die mit einigen Arbeiten auch direkt von Vonovia beauftragt wurde) die Kellerdeckendämmung und auf den Balkonen die Betonsanierung und die Erneuerung der Balkonentwässerung durchgeführt. Zusätzlich hat uns die Dierkes Objekt noch beim Balkondeckenanstrich, der Beschichtung der Balkonbrüstungen innen und der Lackierung der Holzwände in der Speckestraße 12–24 unterstützt.
Den Anstrich der Treppenhäuser hat das Team der Ulrich Dierkes GmbH ausgeführt (die ebenso mit einigen Arbeiten direkt von Vonovia beauftragt wurde). 

EinBLICKe: Also ein wahres Dierkes-Gemeinschaftsprojekt. Aber Moment, stammen auch die kreativen Oberflächen von Ihnen?
Jörg Brinkmann: Nein, mit diesen Federn können wir uns leider nicht schmücken. Die Umsetzung dieser eindrucksvollen Optik erfolgte durch den Künstler Igor Jablunowskij aus Dortmund. Er ist bekannt für großflächige Realisierungen von Fassaden-
motiven und wir haben in der Vergangenheit schon mit ihm ­gearbeitet. Die Konzeption dieser Gestaltung wurde jedoch durch einen anderen Künstler entwickelt.

EinBLICKe: Irgendwie kommen einem als Betrachter die Bilder an den Fassaden bekannt vor ...
Jörg Brinkmann: Das ist keine Einbildung, denn den Fassadenbemalungen liegen Bilder berühmter ­Maler zugrunde. Dargestellt werden hier Bilder und Bildausschnitte von ­Vincent van Gogh mit dem Gemälde „Blühender Garten mit Pfad“, Alexej von Jawlensky mit „Blauer Berg“, ­Gustav Klimt mit „Blumengarten“, ­August Macke mit „Gemüsefelder“ und Edouard Manet mit „Marguerite im Garten von Bellevue“. In diese Bilder wurden nach der Idee des planenden Künstlers großformatige Silhouetten der Menschen gemalt, die in diesem „Quartier“ leben, in Situationen, die typisch für das Leben in Westerfilde sind. Abgerundet wurden die Motive durch großflächige Signaturen der Künstler selbst. (Anm. d. Red.: Weitere Erläuterungen zum Projekt im Kurzinterview mit Vonovia-Projektleiterin Nora Woker finden Sie unterhalb dieses Interviews).

EinBLICKe: Wie lange waren Sie in Dortmund mit dieser schlagkräftigen Truppe im Einsatz?
Jörg Brinkmann: Wir waren schon lange aktiv. Der Start der Baumaßnahme war im März 2018, beendet haben wir die Ausführung im April 2020.

EinBLICKe: Können Sie jetzt schon sagen, was das Besondere an dem Projekt war und ist?
Jörg Brinkmann: Im Ergebnis für den Betrachter ist es sicherlich die einzigartige Optik. Damit diese so realisert werden konnte, waren wir gefordert, die Fassadenflächen so vorzubereiten, dass die Beschichtung, die durch den Künstler aufgebracht wurde, mit Acrylfarben möglich war. Das und die Größe des Objekts waren schon herausfordernd. Vor allem die Gerüstbauer sind nach wie vor sehr gefordert, da die Dächer der Häuser aufgrund der speziellen Bauweise nicht mit Gewicht belastet werden dürfen. Gleich drei Fachfirmen unterstützen uns bei dem Projekt, die Firma Kalan aus Dortmund, die Firma Rene Nagel & Neumann Gerüstbau GdbR aus Großniedesheim und die Firma Bönninger aus Dortmund.

EinBLICKe: Also galt es auch über das eigene Gewerk hinaus, ein sorgsames Auge auf alles zu haben?
Jörg Brinkmann: Das ist richtig. Ohne gute und vor allem verlässliche Absprachen, klare Vorgaben und Disziplin funktioniert modernes Baustellenmanagement in der Größenordnung einfach nicht. Da muss alles Hand in Hand gehen. Da hilft es natürlich, wenn man mit Partnern zusammenarbeitet, die man schon lange kennt und auf die man sich verlassen kann.

EinBLICKe: Das ist sicherlich auch für junge Menschen im Handwerk ein spannendes Projekt. Waren hierbei auch Azubis im Einsatz?
Jörg Brinkmann: Ja, natürlich, es ist für uns wichtig, dass unser Nachwuchs auch an ­Großprojekten aktiv ist, um zu lernen, worauf es ankommt.

EinBLICKe: Herr Brinkmann, vielen Dank für das Gespräch.

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Nora Woker war Projektleiterin für die Quartierentwicklung in Dortmund Westerfilde. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Christian Reichwald – Projektleiter für Modernisierung – war sie seitens Vonovia für alle Fragen rund um dieses Projekt verantwortlich. Im Gespräch erläuterte Nora Woker das Projekt:
„Bereits im Jahr 2016 gab die Stadt Dortmund – die auch Projektbeteiligte dieser Sanierung ist – ein Freiflächenkonzept in Auftrag. Der Arbeitstitel dieses Konzeptes lautete Stadtteil der 1.000 Gärten. Dies resultierte aus dem laut Konzept geplanten hohen Anteil an Mietergärten im Stadtteil. Jenen Arbeitstitel griffen wir im Rahmen der bereits geplanten Sanierungsmaßnahmen auf bzw. ließen ihn in die Gestaltung der Fassadenflächen mit einfließen.
Der mit der Erstellung des Farbkonzeptes beauftragte Künstler entwicklte die Idee, Gemälde berühmter Künster, die Gärten darstellen, auf die bisher eher schlichten Fassaden zu bringen. 
Im Rahmen eines Beteiligungsworkshops in 2018 folgte sodann ein Fotoshooting mit den Bewohnern des Quartiers selbst. Aus diesen Motiven wurden Silhouetten ausgearbeitet, die in die Gemälde integriert wurden. Die Verbindung zwischen Kunst, den Gärten und den Bewohnern ist hier in höchstem Maße gelungen und die hohe Identifikation der Quartierbewohner mit den Kunstobjekten ist die erfreuliche Konsequenz dieser Konzeption.“